Nur noch zwei Stunden – HansWurst-Wahl-Teater in Old Good Bavaria

14. Oktober 2018 0 Von Jürgen Baumann

… oder: „Erichs letzte Rache“ – Eine Tragikomödie

Nur noch knapp zwei Stunden und der Vorhang öffnet sich. Im Kasperletheater beginnt der nächste Akt.
Kasperle, Oma, der Polizist, der Räuber  und das Krokodil sind auf der Bühne. 

  

So, wie im wahren Leben, wo jeder seine Rolle einnimmt. Und nun darf auch Seppl !!! dazukommen und die Ergebnisse vernehmen. Der hatte ja die Wahl. Konnte seine Stimme abgeben. Also Ab-Geben … Und nu isse weg.

Ich betrachte das ganz locker was da oben auf der Bühne abgeht, denn eins hab ich schon mitgekriegt, wie die etwas größeren Kinder. Denen kannst du da nichts mehr vormachen: Die Kasperpuppen werden geführt von den eigentlichen Akteuren hinter/unter der Bühne. Und da gibt´s nämlich auch ein Drehbuch. Und so läuft das dann genau nach Vorlage ab. Ein wenig Improvisation mag erlaubt sein, aber insgesamt …

Und unten im Publikum sitzt der deutsche Michel und kriegt Angst gemacht. Und fürchtet sich auch. Das ist halt so der Sinn dieses Kaspertheaters. Hat ja auch noch die Bettmütze auf, der Arme. Schlaf mal schön weiter.

Dumm nur, wenn das Drehbuch gerade umgeschrieben wird. Denn wie sonst ist die regelrechte Schockstarre zu erklären, als vor gut zwei Jahren Old Shatterhand über dem Dorfteich drüben die Intendanz übernommen hat. Und im Sommer in Helsinki mit Winnetou hinter den Großen Seen drüben die Friedenspfeife geraucht hat. Und auch mit den anderen Stammeshäuptlingen zusammengesessen hat. Und die schlitzäugigen Nord- und Süd-Kiowas zum Frieden verdonnert hat. „Friedenspfeife rauchen, sonst gibt was mit der Schmetterhand.“ Und irgendwie dürfen die IS-Komantschen auch nicht mehr so richtig mitmachen.
Na und auch sonst hat der alte Westmann alle seine Versprechen gehalten. Das schreibt sogar die Washington Post letzte Woche. Und ich setz das dann auch noch hier rein. Und halte euch auch so noch auf dem Laufenden, wenn so manche Blockhütte und manch Wigwam ausgefegt wird. Sonst erfährst du das ja nicht. Denn die anderen Gazetten der Langmesser haben ja ne gewaltige Auflage. Gibts an jeder Pferdewechselstation von Wells Fargo und in jedem Saloon. Und die Marktschreier kann man ja fast immer und überall hören.
Ich denke mal so: Bis der Grizzly in den Winterschlaf geht, wird sich noch einiges tun. Diesseits und jenseits der Großen Seen. Da gibts noch richtig Arbeit für die Sherrifs.

So liebe Seppls südlich und nördlich des Weißwurstäquators.
Ich wünsche euch allen einen lustigen Kaspertheater-Abend und immer eine fette Weißwurscht unter Bowie-Messer
Schau mer halt mal.

Noch 51 Minuten, ich kann´s kaum erwarten..