USA: Auch die Demokraten wollen die Mauer. Nur Trump soll sie nicht bauen.

Ein Leckerbissen sind diese Bekenntnisse der Demokratischen Partei der USA zu einer kontrollierten Einwanderungspolitik, fallen sie doch derzeit dem Präsidenten, Donald Trump, ständig in den Rücken, wenn er gleichermaßen dafür plädiert.

„Bevor ich Präsident wurde, waren sie dafür“, sagte der neulich. „Erst seitdem ich Präsident bin, sind sie dagegen.“

Ja, das kann man sogar nachweisen. Weil sie grundsätzlich gegen alles sind, was dieser Präsident möchte. Sie haben sich die Obstruktion der jetzigen Administration auf ihre Stirn geschrieben und das scheint ihre einzige Agenda zu sein. Sie opfern dafür sogar ihre eigenen Ideale, wenn es hier eine Übereinstimmung mit denen von Trump gibt.

Trump möchte eine Mauer aus Stahl bauen, um die aus dem Süden hereinströmende Kriminalität, die die USA jährlich 300 Milliarden Dollar kostet, in den Griff zu bekommen. Er benötigt dafür einen Betrag aus dem Haushalt von nur 5,7 Milliarden, um die Mauer weiter bauen zu können. Das Geld wird ihm nicht genehmigt, da die Demokraten angeblich strikt gegen eine Mauer sind. Deshalb gibt es jetzt seit 18 Tagen bereits eine Shutdown der Regierung. Das bedeutet, dass viele Beamte und Menschen, die für den Staat arbeiten, dies während dieser Zeit entweder unbezahlt tun oder aber sie dürfen gleich zu Hause bleiben, weil ihre Tätigkeit nicht notwendig ist, um die Staatsgeschäfte aufrecht zu erhalten.

Die Demokraten sind strikt gegen die Mauer, wie man von Senator Chuck Schumer und Haussprecherin Nancy Pelosi hören kann, die gerade erst eine emotionale Rede dagegen gehalten haben.

 
 
2009 Schumer ist stolz auf eine 630 Meilen lange Grenzbefestigung, die viele illegale Einwanderer zurückgehalten hätte. Die meisten Amerikaner wären gegen eine illegale Einwanderung, wohingegen sie eine legale Einwanderung schätzen würden.

2019 Schumer und die demokratische Partei sind gegen eine Grenzbefestigung.

„Das Symbol Amerikas sollte die Freiheitsstatue sein, nicht eine 9 Meter hohe  Mauer.“

Hillary Rodham Clinton und Barack Hussein Obama sind in ihrem Wahlkampf 2008 beide sehr deutlich, indem sie bejahen, dass ein Teil der Grenze zu Mexiko nur mit einem „fence“, einem Zaun zu sichern ist. Wahrscheinlich haben sie hier lediglich das Wort „Mauer“ vermieden.

Sechs Jahre später, 2014, hat Frau Clinton ihre Meinung immer noch nicht geändert.

Clinton ist für eine „physische Grenze“, die verhindern soll, dass illegale Immigranten unerlaubt das Land betreten.

Obama:

„Unser Land, hat, wie alle Länder, das Recht und die Pflicht, seine Grenzen zu kontrollieren und Gesetze auszuarbeiten, die bestimmen, wer bleiben darf oder gar eingebürgert werden kann. Die 11 Millionen, die dieses Gesetz gebrochen haben, sollten zur Verantwortung gezogen werden.“

Auch Bill Clinton sprach sich früher für mehr Kontrollen aus.

„Es ist falsch und letztlich selbstzerstörerisch, dass eine Nation von Einwanderern den Missbrauch unserer Einwanderungsgesetze erlaubt, den wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, und wir müssen mehr tun, um das zu verhindern.“

Was also macht Donald Trump denn falsch, wenn er genau tut, was alle anderen auch wollten? OK, er hat gegen Hillary Clinton gewonnen. Das scheint den Demokraten zu reichen, alles, nicht nur die Grenzbefestigung, zu boykottieren, was dieser Präsident vorhat.

Einer kluger Mann, ein Lehrer, bei dem der Schreiber dieses Artikels in den USA einen Teil seiner Ausbildung absolvieren durfte, sagte einmal:

„Wir Amerikaner stecken immer noch in der Pubertät, wir sind noch nicht wirklich erwachsen.“

Die anwesenden Amerikaner stimmten dem zu.

Wenn wir uns jetzt diese albernen Politikspielchen betrachten, die allerdings von allen todernst genommen werden, dann müssen wir uns tatsächlich fragen, ob hier nicht ein Kräftemessen unter Pubertierenden stattfindet.

Im unten stehenden Beitrag sehen wir Trump, vielleicht den einzigen Erwachsenen im Team, der genau weiß, wie lächerlich das alles ist. Er nennt es scheinheilig. Im Clip sehen wir, dass die Demokraten über die Jahre hinweg immer der gleichen Meinung waren: An bestimmten Stellen ist die Mauer das beste Mittel, das eigene Land zu schützen.

Nun kommen wir zu einer Rede von Barack Obama, in der er über illegale Immigration sprach und was man dagegen machen sollte.
Es ist eine 180 Grad Wende zu seiner heutigen Auffassung, mit der er „Trumps Mauer“ bei jeder Gelegenheit diskriminiert hat.

Er sprach am 20. Juli 2013 an einer High School in Las Vegas, einige Monate nach seiner zweiten Inauguration als Präsident der Vereinigten Staaten. Wir haben sie hier erstmals übersetzt und eine Einteilung versucht, die das Lesen und Verstehen erleichtert. Hier gibt es die Rede im Original.

Barack Obama spricht sich in dieser Rede gegen illegale Einwanderung aus und will dagegen vorgehen. Er ist stolz darauf, dass unter seiner Administration die entsprechenden Zahlen gesunken sind. Er stellt ein System vor, nachdem sich die Illegalen die Green Card verdienen müssten. Er macht klar, dass das nicht jeder sein würde.

Die Rede ist sehr gut gegliedert, er hatte wohl einen ausgezeichneten Ghostwriter.

Teil I kommt nach der Einleitung und belobhudelt erst einmal, was Einwanderer – damit meint er keine illegalen  – alles in den Staaten bewirkt hätten: Sie haben das Land aufgebaut, denn die meisten Amerikaner sind Einwanderer.

Teil II erklärt, dass Schritte unternommen wurden, die illegale Einwanderung einzudämmen, dass es Strafverfolgung für Illegale gäbe und gleichzeitig wolle man etwas finden, das den Dreamern, den Kindern illegaler Einwanderer mehr Möglichkeiten in den USA bietet.

Teil III erklärt das Prozedere, um überhaupt eine Änderung in der Gesetzgebung zu erreichen: Alles muss vom Kongress sowohl ausgearbeitet als auch genehmigt werden. Mit anderen Worten: Wenn nichts zustande kommt, dann hat der Kongress es versemmelt, nicht er.

Teil IV deutet an, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in den Genuss einer Green Card zu kommen. Eine kriminelle Akte, nicht bezahlte Steuern und das Nichtbeherrschen der Englischen Sprache wären somit ein Ausschlusskriterium. Übrigens sieht Trump das ähnlich.

Teil V erinnert an die Geschichte Amerikas, einem Land der Einwanderer und dass es schon immer Probleme gab mit Alteingesessenen [meint er die Indianer, denen sie das Land weggenommen haben?] und neuen Einwanderern.

Teil VI zeigt am Beispiel eines Illegalen, der eine auf zwei Jahre befristete Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung bekommen hat, was der daraus gemacht hat.

Zusammenfassung: Das alles klingt sehr danach, wie Trump es handhabt. Während Obama nur 800.000 Dreamers aus der Illegalität heraushelfen wollte, bot Trump das sogar 1,8 Millionen jungen Menschen an.

Vorausgesetzt, sie sind in der Zwischenzeit nicht kriminell geworden. Außerdem würde es bei Trump Verwandtenzuzug geben bzw. die engsten Verwandten bekämen dann die gleichen Rechte. Seine einzige Bedingung ist, dass die südliche Grenze, über die die meisten illegalen Zuwanderer kommen, noch mehr geschützt werden solle. Das wurde vom Kongress abgelehnt. Der Stichtag war Anfang März des Jahres. Ein großer Teil der Dreamer könnte heute bereits legal in den USA leben.

Wir hoffen, das hilft ein wenig, den Schleier zu lüften, denn die übliche Berichterstattung geht auf all diese Dinge nicht ein, sondern gibt in der Regel Trump die Schuld für alles, was nicht klappt. Meinung statt Fakten.

WIR LIEFERN FAKTEN!

Und hier kommt der Auszug der Rede für die, die sich gerne selbst ein Bild machen möchten.

I

OBAMA: Ich bin heute hier, weil die Zeit für eine vernünftige, umfassende Einwanderungsreform gekommen ist — (Jubel, Beifall) — (unhörbar). Jetzt ist die Zeit gekommen. Jetzt ist die Zeit gekommen. (Jubel, Applaus.) Jetzt ist es soweit. (Singen.) Jetzt ist die Zeit.

Ich bin hier, weil — ich bin hier, weil die meisten Amerikaner zustimmen, dass es Zeit ist, ein System zu reparieren, das schon viel zu lange kaputt ist.

PUBLIKUM: Richtig!

OBAMA: Ich bin hier, weil Wirtschaftsführer, Führer von Glaubensgemeinschaften, Gewerkschaftsführer, Strafverfolgungsbehörden und die Spitzen beider Parteien zusammenkommen, um zu sagen, dass es jetzt an der Zeit ist, einen besseren Weg zu finden, die strebsamen, hoffnungsvollen Einwanderer zu begrüßen, die Amerika immer noch als das Land der Möglichkeiten sehen. Jetzt ist es an der Zeit, dies zu tun, damit wir unsere Wirtschaft und die Zukunft unseres Landes stärken können.

Denken Sie darüber nach. Wir definieren uns als eine Nation von Einwanderern. Das sind wir. Das Versprechen, das wir in denen sehen, die aus allen Teilen der Welt hierher kommen, war schon immer eine unserer größten Stärken. Es hält unsere Belegschaft jung, es hält unser Land auf dem neuesten Stand und es hat geholfen, den größten Wirtschaftsmotor zu bauen, den die Welt je gesehen hat.

Schließlich halfen Einwanderer dabei, Unternehmen wie Google und Yahoo zu gründen. Sie schufen ganze neue Industrien, die wiederum neue Arbeitsplätze und neuen Wohlstand für unsere Bürger schufen.

In den letzten Jahren wurde jedes vierte Hightech-Unternehmen in Amerika von Einwanderern gegründet. Einer von 4 neuen Kleinunternehmern war ein Immigrant, darunter auch hier in Nevada, Leute, die hierher kamen, um eine Chance wahrzunehmen, und nun diese Chance mit anderen Amerikanern teilen wollen.

Aber wir alle wissen, dass wir heute ein Einwanderungssystem haben, das veraltet und schwer beschädigt ist; ein System, das uns zurückhält, anstatt uns zu helfen, unsere Wirtschaft zu wachsen und unsere Mittelschicht zu stärken.

Im Moment haben wir 11 Millionen undokumentierte Einwanderer in Amerika, 11 Millionen Männer und Frauen aus der ganzen Welt, die ihr Leben im Schatten leben. Ja, sie haben die Regeln gebrochen. Sie überquerten die Grenze illegal. Vielleicht haben sie ihre Visa überschritten. Das sind die Fakten. Niemand bestreitet sie.

Aber diese 11 Millionen Männer und Frauen sind jetzt hier. Viele von ihnen sind schon seit Jahren hier. Und die überwältigende Mehrheit dieser Menschen sucht keinen Ärger. Sie sind nützliche Mitglieder der Gesellschaft. Sie kümmern sich um ihre Familien. Sie passen auf ihre Nachbarn auf. Sie sind in den Stoff unseres Lebens eingewoben.

Jeden Tag gehen sie raus und versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Oft tun sie das in der Schattenwirtschaft, einem Ort, an dem die Arbeitgeber ihnen weniger als den Mindestlohn anbieten oder sie Überstunden ohne Lohnausgleich machen können. Und wenn das passiert, ist es nicht nur schlecht für sie, es ist schlecht für die gesamte Wirtschaft, denn alle Unternehmen, die versuchen, das Richtige zu tun, die Leute legal einstellen, einen anständigen Lohn zahlen und den Regeln folgen, leiden darunter.

Sie müssen gegen Unternehmen antreten, die gegen die Regeln verstoßen. Und auch die Löhne und Arbeitsbedingungen der amerikanischen Arbeiter sind bedroht.

Wenn wir also wirklich entschlossen sind, unsere Mittelschicht zu stärken und denen, die bereit sind, hart daran zu arbeiten, es in der Mittelschicht zu schaffen, mehr Möglichkeiten zu bieten, müssen wir das System reparieren. Wir müssen sicherstellen, dass jedes Unternehmen und jeder Arbeiter in Amerika nach den gleichen Regeln spielt.

Wir müssen diese Schattenwirtschaft ans Licht bringen, damit alle zur Verantwortung gezogen werden, die Unternehmen, für die sie arbeiten, und die Einwanderer, die auf der richtigen Seite des Gesetzes stehen. Das ist gesunder Menschenverstand, und deshalb brauchen wir eine umfassende Einwanderungsreform.

Und – (Jubel, Beifall) – es gibt noch einen weiteren wirtschaftlichen Grund, warum wir Reformen brauchen. Es geht nicht nur um die Leute, die illegal hierher kommen und den Einfluss, den das auf unsere Wirtschaft hat; es geht auch um die Leute, die versuchen, legal hierher zu kommen, es aber schwer haben und den Einfluss, den das auf unsere Wirtschaft hat. Momentan sitzen brillante Studenten aus aller Welt in den Klassenzimmern unserer Top-Universitäten. Sie erwerben Abschlüsse in den Bereichen, die zukünftig immer wichtiger werden, wie Technik und Informatik. Aber wenn sie die Schule abgeschlossen haben, wenn sie dieses Diplom haben, haben sie gute Chancen, unser Land zu verlassen.

Denken Sie darüber nach. Intel wurde mit Hilfe eines Immigranten gegründet, der hier studierte und dann hier blieb. Instagram wurde mit Hilfe eines Immigranten gegründet, der hier studierte und dann hier blieb. Im Moment gibt es in einem dieser Klassenzimmer einen Schüler, der damit ringt, wie er seine große Idee, sein Intel oder Instagram, in ein großes Geschäft verwandeln kann.

Wir geben ihnen alle Fähigkeiten, die sie brauchen, um das herauszufinden, aber dann werden wir uns umdrehen und ihnen sagen, dass sie dieses Geschäft gründen und diese Arbeitsplätze in China oder Indien oder Mexiko oder anderswo schaffen sollen. So baut man in Amerika keine neuen Industrien an. So geben Sie unseren Mitbewerbern neue Branchen. Deshalb brauchen wir eine umfassende Einwanderungsreform.

II

Jetzt — (Jubel, Applaus)

 jetzt, während meiner ersten Amtszeit, haben wir Schritte unternommen, um einige der schlimmsten Risse im System zu reparieren. Erstens haben wir die Sicherheit an den Grenzen verstärkt, damit wir endlich die Flut illegaler Einwanderer eindämmen können. Wir haben an der Südgrenze mehr Security platziert als je zuvor in unserer Geschichte. Und heute liegen die illegalen Grenzübergänge fast 80 Prozent unter ihrem Höchststand im Jahr 2000. (Beifall.)

Zweitens haben wir unsere Strafverfolgung auf Kriminelle konzentriert, die sich illegal hier aufhalten und unsere Gemeinden gefährden. Und heute ist die Abschiebung von Kriminellen – (Beifall) – auf dem höchsten Niveau aller Zeiten.

Und drittens haben wir uns der Sache der Träumer angenommen, der jungen Menschen, die als Kinder in dieses Land gebracht wurden – (Jubel, Beifall) – junge Menschen, die hier aufgewachsen sind, hier ihr Leben aufgebaut haben, hier Zukunft haben. Wir haben gesagt, wenn Sie in der Lage sind, einige grundlegende Kriterien zu erfüllen, wie z.B. eine Ausbildung, dann werden wir Ihnen die Möglichkeit bieten, aus dem Schatten zu kommen, damit Sie hier leben und legal arbeiten können, damit Sie endlich wissen, dass sie dazugehören.

III

Aber, weil diese Änderung nicht dauerhaft ist, benötigen wir den Kongress, um zu handeln, damit das kein Traum bleibt.

Wir benötigen den Kongress, um hier zu einem gemeinsamen Konsens zu kommen, es geht hier immerhin um 11 Millionen undokumentierter Einwanderer, die sich gerade im Land aufhalten. Das ist es, was wir brauchen. (Jubel, Applaus.)

Jetzt kommt die gute Nachricht, denn zum ersten Mal seit vielen Jahren scheinen Republikaner und Demokraten bereit zu sein, dieses Problem gemeinsam anzugehen. (Jubel, Beifall.) Mitglieder beider Parteien in beiden Kammern arbeiten aktiv an einer Lösung.

Gestern verkündete eine Gruppe von Senatoren beider Parteien ihre Prinzipien für eine umfassende Einwanderungsreform, die mit den Prinzipien übereinstimmen, die ich in den letzten Jahren vorgeschlagen und vorangetrieben habe. In diesem Moment sieht es so aus, als gäbe es einen echten Wunsch, dies bald zu erledigen. Und das ist sehr ermutigend.

Aber diesmal muss etwas geschehen. Wir können nicht zulassen – (Beifall) – dass die Einwanderungsreform in einer endlosen Debatte stecken bleibt. Wir diskutieren das schon sehr lange. Es ist also nicht so, als ob wir technisch nicht wüssten, was getan werden muss.

Um diesen Prozess voranzutreiben, lege ich heute meine Ideen für die Reform der Einwanderungspolitik dar. Und meine Hoffnung ist, dass dieses dem Kongress einige Anhaltspunkte zur Verfügung stellt, während sie eine Gesetzesvorlage herstellen, weil die Ideen, die ich vorschlage, traditionsgemäß von Demokraten wie Ted Kennedy und Republikanern wie Präsident George W. Bush unterstützt worden sind. Man bekommt diese Übereinstimmung nicht oft. (Gelächter.) Also wissen wir, wo der Konsens sein sollte.

Nun wird es natürlich eine heftige Debatte über viele Details geben. Und jeder Interessenvertreter sollte sich auf ein echtes Geben und Nehmen einlassen. Aber es ist wichtig für uns, zu erkennen, dass die Grundlage für parteiübergreifendes Handeln bereits vorhanden ist. Und wenn der Kongress nicht in der Lage ist, rechtzeitig voranzukommen, werde ich eine Gesetzesvorlage auf der Grundlage meines Vorschlags vorlegen und darauf bestehen, dass sie sofort darüber abstimmen.

PUBLIKUM: Ja! (Jubel, Applaus.)

OBAMA: Also — also sind die Prinzipien ziemlich einfach. Dahinter stecken viele Details. Wir werden einen Haufen Papier verteilen, damit jeder genau weiß, wovon wir reden. Aber die Prinzipien sind ziemlich einfach.

IV

Erstens glaube ich, dass wir uns auf die Durchsetzung konzentrieren müssen. Das bedeutet, die Sicherheit an unseren Grenzen weiter zu stärken.

Es bedeutet, stärker gegen Unternehmen vorzugehen, die wissentlich undokumentierte Arbeitskräfte einstellen. Um fair zu sein, die meisten Unternehmen wollen das Richtige tun, aber viele von ihnen haben es schwer, herauszufinden, wer legal hier ist und wer nicht. Deshalb müssen wir ein nationales System einführen, das es den Unternehmen ermöglicht, den Beschäftigungsstatus einer Person schnell und genau zu überprüfen. Und wenn sie immer noch wissentlich undokumentierte Arbeiter einstellen, dann müssen wir die Strafen erhöhen.

Zweitens haben wir es mit den 11 Millionen Menschen zu tun, die illegal hier sind. Jetzt sind wir uns alle einig, dass diese Männer und Frauen sich ihren Weg zur Staatsbürgerschaft verdienen müssen. Damit eine umfassende Einwanderungsreform funktioniert, muss jedoch von Anfang an klar sein, dass es einen Weg zur Staatsbürgerschaft gibt. (Jubel, Applaus.)

Wir müssen — wir müssen einen Weg finden, einen Prozess, der beinhaltet, einen Hintergrundcheck zu bestehen, bei dem es darum geht, ob man Steuern bezahlt, eine Strafe bezahlt, Englisch lernt und dann hinter all den Leuten steht, die versuchen, legal hierher zu kommen, das ist nur fair.

(Jubel, Applaus.) Alles klar? Das bedeutet also, dass es kein schneller Prozess sein wird, sondern ein fairer Prozess, der diese Menschen aus dem Schatten hebt und ihnen die Chance gibt, sich ihren Weg zur Green Card und schließlich zur Staatsbürgerschaft zu verdienen. (Jubel, Applaus.)

V

Und das dritte Prinzip ist, dass wir unser legales Einwanderungssystem ins 21. Jahrhundert bringen müssen, weil es nicht mehr die Realitäten unserer Zeit widerspiegelt. (Jubel,, Applaus.) Zum Beispiel, wenn Sie ein Bürger sind, sollten Sie nicht Jahre warten müssen, bevor Ihre Familie zu Ihnen nachkommen kann. (Jubel, Applaus.) Sie sollten nicht jahrelang warten müssen.

Wenn Sie ein ausländischer Student sind, der eine Karriere in der Wissenschaft oder Technologie verfolgen möchte, oder ein ausländischer Unternehmer, der ein Unternehmen mit der Unterstützung amerikanischer Investoren gründen möchte, sollten wir Ihnen dabei helfen, denn wenn Sie erfolgreich sind, werden Sie amerikanische Unternehmen und amerikanische Arbeitsplätze schaffen, Sie werden unserer Wirtschaft helfen, zu wachsen, Sie werden uns helfen, unsere Mittelschicht zu stärken.

So sieht also eine umfassende Einwanderungsreform aus – intelligentere Durchsetzung, ein Weg, um die Staatsbürgerschaft zu erwerben, Verbesserungen im legalen Einwanderungssystem, sodass wir weiterhin ein Magnet für die Besten und Klügsten auf der ganzen Welt sind.

Es ist ziemlich einfach.

Die Frage ist jetzt einfach. Haben wir als Volk, als Land, als Regierung die Entschlossenheit, dieses Problem endlich hinter uns zu lassen? Ich glaube, das tun wir. (Beifall.) Ich glaube schon. Ich glaube, wir befinden uns endlich in einem Moment, in dem eine umfassende Einwanderungsreform in greifbare Nähe gerückt ist. Aber ich verspreche Ihnen Folgendes. Je näher wir kommen, desto emotionaler wird diese Debatte.

Einwanderung war schon immer ein Thema, das Leidenschaften entfacht. Das ist nicht überraschend. Wissen Sie, es gibt nur wenige Dinge, die für uns als Gesellschaft wichtiger sind, als die, die hierher kommen um unser Land Heimat zu nennen, die das Privileg haben, Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Das ist eine große Sache.

Wenn wir darüber theoretisieren, kann es sein, dass sich unsere Gefühle gegen sie richten. Und wenn das passiert, vergessen viele Leute, dass die meisten von uns einmal sie waren. (Jubel, Applaus.) Das vergessen wir.

Und es ist wirklich wichtig, dass wir uns an unsere Geschichte erinnern. Wenn Sie nicht einer der ersten Amerikaner sind, ein Ureinwohner, kommen Sie von woanders her. (Jubel, Applaus.) Jemand hat Sie hergebracht.
[…]

Die Iren, die ein Land der Hungersnöte zurückgelassen haben, die Deutschen, die vor der Verfolgung geflohen sind, die Skandinavier, die als Wegbereiter nach Westen kamen, die Polen, die Russen, die Italiener, die Chinesen, die Japaner, die Inder, die zusammengedrängten Massen, die durch Ellis Island an der einen Küste und Angel Island an der anderen kamen — (Jubel, Applaus) — Sie wissen, all diese Leute, bevor sie wir waren, waren sie sie. (Lachen.)

Und bei jeder neuen Einwanderungswelle stießen sie auf den Widerstand derer, die bereits hier waren. Sie sahen sich mit Schwierigkeiten konfrontiert. Sie waren mit Rassismus konfrontiert. Sie wurden verspottet. Aber im Laufe der Zeit, als sie ihren Lebensunterhalt verdienten, als sie eine Familie gründeten, als sie eine Gemeinschaft gründeten, als ihre Kinder hier zur Schule gingen, leisteten sie ihren Beitrag zum Aufbau der Nation. Sie waren die Einsteins und die Carnegies, aber sie waren auch die Millionen von Frauen und Männern, an deren Namen sich die Geschichte vielleicht nicht erinnert, aber deren Taten uns zu dem gemacht haben, was wir sind, die dieses Land von Hand, Stein für Stein, gebaut haben. (Jubel, Applaus.)

Sie alle kamen hierher, weil sie wussten, dass das, was jemanden zu einem Amerikaner macht, nicht nur Blut oder Geburt ist, sondern auch die Treue zu unseren Gründungsprinzipien und der Glaube an die Idee, dass jeder von überall her das nächste große Kapitel unserer Geschichte schreiben kann.

VI

Und das gilt auch heute noch. Frag einfach Alan Aleman. Alan ist heute Nachmittag hier. Wo ist Alan? Er…. er…. er ist hier in der Nähe. Da ist er, genau hier. (Jubel, Applaus.) Alan wurde in Mexiko geboren. (Jubel, Applaus.) Er wurde als Kind von seinen Eltern in dieses Land gebracht. Als er aufwuchs, ging Alan auf eine amerikanische Schule, versprach Treue zur amerikanischen Flagge, fühlte sich in jeder Hinsicht amerikanisch. Und das war er, bis auf…. auf dem Papier. In der Highschool beobachtete Alan, wie seine Freunde erwachsen wurden und mit ihren neuen Führerscheinen durch die Stadt fuhren, um etwas mehr Geld mit ihren Sommerjobs im Einkaufszentrum zu verdienen. Er wusste, dass er diese Dinge nicht tun konnte. Aber es war nicht so wichtig; was für Alan wirklich von Bedeutung war, war eine Ausbildung, damit er seinem von Gott gegebenen Potential gerecht werden konnte.

Letztes Jahr, als Alan die Nachricht hörte, dass wir Leuten wie ihm eine Chance bieten würden, aus dem Schatten hervorzugehen, auch wenn es erst mal nur für zwei Jahre ist, war er einer der ersten, die sich angemeldet haben. Und vor ein paar Monaten war er einer der ersten Menschen in Nevada, die anerkannt wurden. (Jubel, Applaus.) In diesem Moment sagte Alan, fühlte er, wie die Angst verschwand. Er fühlte sich akzeptiert.

Also heute ist Alan in seinem zweiten Jahr am College of Southern Nevada. (Jubel, Applaus.) Alan studiert, um Arzt zu werden. (Jubel, Applaus.) Er hofft, der Air Force beizutreten. (Jubel, Applaus.) Er arbeitet jeden Tag hart daran, ein besseres Leben für sich und seine Familie aufzubauen. Und alles, was er will, ist die Möglichkeit, seinen Teil zum Aufbau eines besseren Amerika beizutragen. (Beifall.)

So — so in den kommenden Wochen, während die Idee der Reform realer und die Debatte erhitzter wird und es Leute gibt, die versuchen, diese Sache zu zerreißen, erinnern Sie sich an Alan und alle die, die die gleichen Hoffnungen und die gleichen Träume teilen. Denken Sie daran, dass dies nicht nur eine Debatte über die Politik ist. Es geht um Menschen. Es geht um Männer und Frauen und junge Leute, die nichts anderes wollen als die Chance, sich ihren Weg in die amerikanische Geschichte zu verdienen.

Und im Laufe unserer Geschichte hat das unsere Nation nur stärker gemacht. Und so werden wir sicherstellen, dass dieses Jahrhundert das gleiche ist wie das letzte, ein amerikanisches Jahrhundert, in dem jeder willkommen ist, der etwas mehr tun will, der bereit ist, hart dafür zu arbeiten, und der bereit ist, die Treue zu unserer Flagge zu schwören.

Ich danke Ihnen. Gott segne Sie. Und Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika. (Jubel, Applaus.)

Hat er das wirklich gesagt?

Denn diese Rede hätte auch von Donald Trump gehalten werden können, der nichts anderes möchte, als dass Menschen ins Land kommen, die dem Land nützlich sein können. Stattdessen werden sie abhängig von der Wohlfahrt. Und er hat versucht, den jungen Dreamern die Möglichkeit zu geben, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Der Kongress hat seine Forderungen abgelehnt, die nicht anders waren als die von Obama: Ein sauberes Führungszeugnis, eine Arbeit und die Beherrschung der englischen Sprache.

Inzwischen geht der Shutdown in die zweite Runde, nachdem das Treffen mit Pelosi und Schumer so schlecht verlief, dass Trump es einfach abbrach und den Raum verließ. Jetzt muss er sich etwas anderes ausdenken. Wird er vielleicht doch den Notstand ausrufen?

Und hier, im Video, machen die beiden Vertreter der demokratischen Partei das, was sie am besten können: Dem Präsidenten für das Misslingen alle Schuld in die Schuhe schieben.

 

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